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Das Tier im Blick – digital und analog!

Digitalisierung kann vieles und verspricht einiges – aber vielleicht doch nicht alles?

Wenn es um Digitalisierung geht sind der Phantasie auch in der Nutztierhaltung (fast) keine Grenzen gesetzt. Füttern, Einstreuen, Entmisten, Melken – diese und viele weitere Prozesse sind bereits automatisiert und bedienen sich unterschiedlicher Sensoren im Stall, um möglichst exakt zu arbeiten. 

Nun halten Kameras und Drohnen Einzug in den Stall, um a la „Big Brother“ alle(s) jederzeit im Blick zu haben. 24/7. Doch lassen sich wirklich alle Prozesse im Stall automatisieren und digitalisieren? Was ist mit dem „Bauch- und Fingerspitzengefühl“, lässt sich das auch programmieren? Diesen Fragen wollen wir im Impulsforum „Tierbeobachtung: Big Brother oder das Auge des Herren?“ anlässlich der Wintertagung 2019 in Hannover nachgehen.

 

Rasante technische Entwicklung

Künstliche Intelligenz macht auch vor dem Kuh- oder Schweinestall nicht halt. Viele Systeme kommunizieren bereits miteinander und tauschen regelmäßig Daten aus. Und das ist auch gut so. Wichtig ist, dass dies herstellerübergreifend bzw. herstellerunabhängig geschieht. Nur so haben Mensch, Tier und Umwelt einen Nutzen. Hier gibt es noch Nachholbedarf, noch sind viele Lösungen nicht „farbenblind“.

 

Die Mischung macht’s: Die Rolle des Tierhalters im „digitalen Stall“

Technik und Digitalisierung kann und darf den Tierhalter nicht ersetzen. Er ist derjenige, der die Verantwortung für Tier, Mensch und Umwelt hat und muss daher auch sein „Bauch- und Fingerspitzengefühl“ einsetzen. Tierbeobachtung heißt auch, achtsam zu sein und selbst regelmäßig mit offenen Augen durch den Stall zu gehen. 

Kameras, Sensoren und Datenverarbeitungsprogramme sollen ihn dabei unterstützen. Sie zeichnen über die kontinuierliche Weitergabe und Verarbeitung von Tier-, Klima- oder Verbrauchsdaten Verlaufskurven auf, die der Tierhalter interpretieren muss. Im Idealfall werden dann tierindividuelle Abweichungen frühzeitig erkannt, so dass die richtigen Präventivmaßnahmen getroffen werden können. Das alles sollte in Verbindung mit der direkten Tierbeobachtung geschehen, denn jede Technik ist auch störanfällig. Das Motto lautet also: Das Tier im Blick – digital und analog!  

Welche Techniken sich bereits in der Rinder- und Schweinehaltung etabliert haben, auf was wir uns in naher Zukunft einstellen können und wie wir Tiersignale einfach erkennen und richtig interpretieren erklären ihnen unsere Referenten im Impulsforum am 20. Februar 2019 um 13:30 Uhr!

Autor: Sven Häuser, DLG